Kurze Geschichte der Hospizbewegung und OMEGA

Das Wort Hospiz heißt Rast- oder Ruhestätte bzw. Gasthaus und ist als solches schon seit dem 3. Jahrhundert n. Chr. bekannt. Die sprachliche Wurzel „hospis“ bezog sich ursprünglich auf den Gastgeber und den Gast. Ihre Ableitung „hospitum“ meint die Beziehung zwischen ihnen = „Gastlichkeit“, aber auch den Ort, an dem sie gelebt wurde = „Gast-Haus“. Schon im 4. Jahrhundert hießen Christen Pilger auf dem Weg zu den heiligen Stätten in ihren Häusern, in „Hospizen“, willkommen, auch Kranke, Verletzte und Sterbende.

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In Deutschland wurde die Hospizidee/Sterbebegleitung Ende der 60er Anfang der 70er Jahre ein Thema.

Die ersten Hospize der Neuzeit entstanden in den anglikanischen Ländern. Einige wenige Stationen sind:

  1. Erstes modernes Hospiz „Unserer lieben Frau in Dublin“, gegründet von den Irish Sisters of Charity (Barmherzige Schwestern)

  2. Gründung des St. Joseph’s Hospice in Ost-London

  3. Dr. Cicely Saunders begann, im St. Joseph’s Hospice im Rahmen eines klinischen Forschungsauftrages über Schmerzlinderung zu arbeiten.

  4. Eröffnung des St. Christopher’s Hospice als erstes Lehr-Hospiz der Welt. Dame Cicely Saunders gründete es mit „einer Menge Glaubenskraft und einem Überziehungskredit“, wie sie selbst sagt.

  5. Veröffentlichung des Dokumentarfilms „noch 16 Tage“ über die Begleitung eines Sterbenden im St. Christopher’s Hospice, London.

  6. Erste wissenschaftliche Arbeiten zur Sterbebegleitung von Prof. Dr. Franco Rest, Dortmund, und Prof. Dr. Christoph Student, Hannover.

  7. Erste stationäre Hospize in Aachen, Haus Hörn und Recklinghausen, Hospiz zum hl. Franziskus

  8. Gründung von OMEGA – Mit dem Sterben leben e.V. als überregionale Vereinigung mit der Idee der ehrenamtlichen, ambulanten Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen und ihrer Angehörigen. OMEGA Bund besteht aus 20 Regional- und Arbeitsgruppen. Bundesweit gibt es ca. 1600 Hospizgruppen, 600 anerkannte ambulante Hausbetreuungsdienste, und je ca. 170 stationäre Hospize und Palliativstationen.

  9. Entwicklung und Ausbau organisierter ehrenamtlicher Sterbebegleitung:

    Vernetzung der Regionalgruppen bundesweit

    Erstes Konzept zur ehrenamtlichen Sterbebegleitung (Antje Drescher, Petra Muschaweck), Herausgabe der Rundbriefe, Seminare, Regionalgruppentagungen, regionale Informationsveranstaltungen

    Mitarbeit in der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz (BAG-Hospiz)

    Eröffnung der Bundesbüros in Hann. Münden und Schwerte

    Konzept der integrativen Hospizarbeit mit hauptamtlicher Koordination Ehrenamtlicher in Bocholt und Stationärem Hospiz (Inge Kunz)

  10. Schrittweiser Wandel der organisatorischen Struktur:

    Verselbstständigung einiger Regionalgruppen (z. B. Regionalgruppen Schwerte und Lüdenscheid gründen den ambulanten Hospizdienst „Brücke“)

    Verlegung des Bundesbüros nach Gelsenkirchen mit stärkerer Anbindung an den DPWV (Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband)

    Vernetzung mit anderen Trägern auf lokaler Ebene

    Verstärkung der Auseinandersetzung im Themenbereich Bioethik auf der Bundesebene (DHPV [BAG], Anhörung im Landtag) und der Regionalgruppenebene

    Fachtagungen mit der Europäischen Seniorenakademie in Bocholt:
    Zwang zum Wert, 2005
    Leben bis zuletzt und Humor – (k)ein Thema in der Sterbebegleitung, 2004
    Nirgendwo sollte besser oder schlechter gestorben werden als anderswo, 2003

    Ambulante Hausbetreuungsdienste mit hauptamtlicher Koordination in Bedburg-Hau, Ahaus, Unna, Vreden und Südlohn-Oeding

    Anpassung von Konzepten im Bereich „bürgerliches Engagement“ in der Sterbebegleitung

    Implementierung von palliativer und hospizlicher Pflege/Versorgung im ambulanten Bereich

    Vernetzungsprojekte:
    Ehrenamt mit Hauptamt
    Ambulante Dienste mit Kranken- und Altenpflege
    Integrative Hospizarbeit mit dem Gesundheits- und Sozialsystem

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